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Konzept, Choreografie, Performance: Julia Mariacher, Franziska Ullrich

Musik

Kamera: Franziska Ullrich

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Im Rahmen des Residenzprogramms Sozo Resi-DANCE

Kassel, Juli 2024

Zwei Tänzerinnen nähern sich dem mathematischen Konzept platonischer Körper an. Platonische Körper sind Modelle, deren symmetrische Form für vollkommene Harmonie steht und in Natur, Kunst, Bewegungslehre elementar vorzufinden sind. Sie werden seit der Antike studiert und gelten als mathematische Basisstruktur für den molekularen Aufbau unserer Lebensformen. Die Faszination von platonischen Körpern ist seitdem mit der von Zaubersprüchen zu vergleichen – sie “transportieren keine Bedeutung. Sie sind gleichsam leere Zeichen. Daher erscheinen sie magisch wie Türen, die ins Leere führen“*.

Die Künstlerinnen finden sich selbst und ihre eigenen Tanzkörper in den entfalteten Netzen und der Leere der aufgefalteten mathematische Körper wieder und fragen sich, wie sich die raue Wirklichkeit des eigenen Körpers im idealen mathematischen Konzept zurecht findet?

Das Duett faltet sich an den mathematischen Körpern entlang, die Tänzerinnen falten sich über- und auseinander. Auch das Falten eines Papierkranichs bedeutet, an einer Stelle so scharf umzubiegen, dass das Papier bricht, ohne es dabei in zwei Stücke zu teilen.

* Han, Byung-Chul (2021): Vom Verschwinden der Rituale. Eine Topologie der Gegenwart. Ullstein: Berlin. S. 77

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